Grundsteuer für Garage, Stellplatz und Carport
Eine Garage am Wohnhaus erhöht die Grundsteuer oft gar nicht oder nur wenig. In Bayern, Hamburg und Niedersachsen bleiben Garagenflächen bis 50 Quadratmeter außer Ansatz, wenn sie zur Wohnnutzung gehören. Im Bundesmodell fließt je Stellplatz eine Pauschalmiete von 35 Euro pro Monat in die Bewertung ein.
Garage beim Wohnhaus: meist kaum Wirkung
Gehört die Garage zu Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung, ist sie Teil derselben wirtschaftlichen Einheit und wird nicht separat besteuert. Wie stark sie den Betrag erhöht, hängt vom Modell Ihres Bundeslands ab.
Im Bundesmodell wird ein Wohngrundstück im Ertragswertverfahren bewertet. Je Garagen- oder Tiefgaragenstellplatz setzt das Finanzamt dabei eine Pauschalmiete von 35 Euro pro Monat an (Anlage 39 BewG), unabhängig von der tatsächlichen Größe. Über die Steuermesszahl und den Hebesatz ergibt das am Ende meist nur einen kleinen Aufschlag auf die Jahressteuer.
Die Flächenmodelle arbeiten mit Freibeträgen für Garagen, die der Wohnnutzung zugeordnet sind:
| Land | Regel für zugehörige Garagen |
|---|---|
| Bayern | bis 50 m² Nutzfläche außer Ansatz (Art. 2 BayGrStG) |
| Hamburg | bis 50 m² außer Ansatz |
| Niedersachsen | bis 50 m² außer Ansatz |
| Hessen | bei räumlichem Zusammenhang zum Wohngebäude ohne Flächengrenze frei, sonst bis 100 m² |
| Baden-Württemberg | Gebäude zählen im Bodenwertmodell generell nicht |
Gut zu wissen
Eine typische Einzel- oder Doppelgarage bleibt deutlich unter 50 Quadratmetern. In Bayern, Hamburg und Niedersachsen kostet die Garage am Eigenheim damit in aller Regel keinen Cent zusätzliche Grundsteuer.
Carport und Außenstellplatz
Carports und offene Stellplätze im Freien sind keine Gebäude im Sinne der Flächenmodelle. Bayern und Hamburg stellen in ihren amtlichen Ausfüllhilfen ausdrücklich klar, dass sie nicht angegeben werden müssen. Die 35-Euro-Pauschale des Bundesmodells gilt ebenfalls nur für Garagen- und Tiefgaragenstellplätze. Ein Carport ist damit in der Praxis die grundsteuerlich günstigste Unterstellvariante.
Die separate Garage: eigenes Grundstück, eigener Bescheid
Anders liegt der Fall, wenn die Garage auf einem eigenen Grundstück steht, etwa in einem Garagenhof, und keine rechtliche Zuordnung zu einer Wohnung besteht. Dann bildet sie eine eigene wirtschaftliche Einheit mit eigenem Grundsteuerbescheid. Der Garagen-Freibetrag der Flächenländer entfällt in diesem Fall. Ein Beispiel aus Bayern mit ausdrücklich angenommenen Flächen: 20 Quadratmeter Garagennutzfläche mal 0,50 Euro ergeben 10,00 Euro, dazu 25 Quadratmeter Boden mal 0,04 Euro gleich 1,00 Euro. Aus dem Äquivalenzbetrag von zusammen 11,00 Euro wird bei einem angenommenen Hebesatz von 400 Prozent eine Jahressteuer von 44,00 Euro. Den Rechenweg für Bayern erklärt Grundsteuer berechnen in Bayern, den für die anderen Länder Grundsteuer berechnen.
Neue Garage gebaut?
Wer eine Garage neu errichtet oder eine bestehende zur Werkstatt umnutzt, ändert die maßgeblichen Flächen oder den Wert. Solche Änderungen müssen dem Finanzamt gemeldet werden, die Einzelheiten stehen unter Änderungsanzeige.
Häufige Fragen
Nicht als eigene Steuer. Die Garage fließt in die Bewertung Ihres Grundstücks ein, in Bayern, Hamburg und Niedersachsen bleibt sie bis 50 Quadratmeter sogar komplett außer Ansatz, wenn sie zur Wohnnutzung gehört. Nur eine Garage auf eigenem Grundstück ohne Wohnungszuordnung bekommt einen eigenen Bescheid.
In den Flächenmodellen nein, Carports und offene Stellplätze gelten nicht als Gebäudefläche. Bayern und Hamburg sagen in ihren amtlichen Anleitungen ausdrücklich, dass sie nicht anzugeben sind. Auch die Stellplatzpauschale des Bundesmodells betrifft nur Garagen und Tiefgaragen, nicht Carports oder Parkplätze im Freien.
Gehört der Stellplatz zur Wohnung, zählt er zu deren wirtschaftlicher Einheit. Im Bundesmodell wird er mit der Pauschalmiete von 35 Euro pro Monat im Ertragswertverfahren berücksichtigt. In den Flächenländern fällt er unter den 50-Quadratmeter-Freibetrag und wirkt sich deshalb meist gar nicht aus. Ein separat im Grundbuch geführtes Teileigentum kann dagegen einen eigenen Bescheid auslösen.
Steuerschuldner bleibt der Eigentümer. Ob Sie die anteilige Grundsteuer über die Garagenmiete oder als Betriebskosten weitergeben, ist Sache des Mietvertrags. Bei einer zusammen mit einer Wohnung vermieteten Garage läuft die Umlage über die normale Betriebskostenabrechnung, bei rein gewerblicher oder isolierter Vermietung gilt, was vereinbart wurde.
Möglich, aber oft nicht spürbar. In den Flächenländern passiert bis zur 50-Quadratmeter-Grenze nichts, sofern die Garage der Wohnnutzung zugeordnet ist. Im Bundesmodell wirkt der neue Stellplatz über die Pauschalmiete und kann zusammen mit anderen Änderungen eine Wertfortschreibung auslösen. Melden müssen Sie den Neubau dem Finanzamt in jedem Fall.